Tag 13 .. ganz viele rote Torii

Dieser Tag würde unser letzter gemeinsamer Tag in Kyoto sein, denn George und Tomoko würden am frühen Abend nach Tsukuba zurückfahren. Tomoko wählte als Ausflugsziel für diesen Tag Fushimi Inari-Taisha, den in Kyotos Stadtteil Fushimi liegenden Schintoschrein Inari. Der Schrein, der als einer der bedeutendsten Inari Schreine in Japan gelten kann, liegt zwar in Kyoto, doch nicht im Kern der Stadt und so findet man ihn in den Reiseführern meistens als eine Empfehlung für einen Tagesausflug. Es handelt sich bei Ihm um einen der ältesten und bedeutendsten Fuchsschreine Japans.

Der Weg von der Bushaltestelle war zunächst sehr unscheinbar, doch als wir den Schrein schließlich erreichten, bot sich uns ein ganz anderer Anblick. Wobei wir zunächst nur ein paar größere Torii sahen. Wir entschlossen uns dann allerdings die knapp 4-5 Km auf den Berg zu gehen wandern um so einmal die Anlage in ihrer ganzen Pracht sehen und erfassen zu können. Hierfür wurden wir dann zunächst durch unzählige rote Torii belohnt. Für den Leser mag das jetzt eher unspektakulär klingen, aber diese unzähligen Torii hintereinander und in Gruppen entfalten einfach eine eigene Wirkung. Dieses wird dann häufig noch durch die Sonne und den damit verbundenen Lichteinfall verstärkt. Von Zeit zu Zeit geben die Torii den Weg frei und man befindet sich an einem Schrein. Zur Information: Bei den Torii handelt es sich zum größten Teil oder vermutlich komplett um durch Spenden von Privatleuten und Firmen finanzierte Torii. Manche sind teilweise verrottet oder aber im Verfall begriffen, doch sind Arbeiter ständig mit Instandsetzungsmaßnahmen und dem Errichten neuer Torii beschäftigt. Darüber hinaus können bei Bedarf auch Miniatur Torii erworben werden, von denen auch eine große Zahl zu finden ist. Je weiter man nach oben kommt um so mehr finden sich an diesen Stationen Friedhöfe. An diese ist dann meist ein Gebäude angeschlossen in dem es Opfergaben für die Götter ( die vermutlich erworben werden müßen) gibt. An manchen der Stationen gibt es auch kleine Gaststuben. In eine dieser kehrten wir auf dem Rückweg ein um dort zu Mittag zu essen.

Während die Anderen sich alle für etwas Warmes entschieden, wählte ich quasi die Spezialität des Schreins. Der Name dieser Spezialität wird noch nachgereicht, sobald ich sie wieder weiß oder aber rekonstruieren konnte. Zur Beschreibung: Aus Teig oder Tofu bestehende Miniaturhörnchen, die mit Reis gefüllt sind und zu denen es den obligatorischen Ingwer gibt. Sie schmecken recht süß und eignen sich nach dem Selbstversuch vermutlich sehr gut als Nachspeise :) .

Nach dem Mahl machten wir uns wieder auf den Rückweg zur Busstation, der in dieser Gegend nicht so wirklich häufig fährt und so konnten wir nicht mehr wirklich ausgiebig durch die vielen Geschäfte bummeln, die sich auf dem Weg dorthin befanden.

Mit dem Bus fuhren wir dann ein oder zwei Stationen zurück um von dort zu einem Tempel zu gehen, doch mußte Tomoko sich hier erst einmal nach dem Weg erkundigen, da diese Gegend von der Hauptstraße erst einmal überhaupt nicht touristisch anmutet. Wenn man dann jedoch die richtige Abzweigung nimmt, einen Bahnübergang überquert und dann noch unter einer Brücke hindurch geht, so befindet man sich schließlich in einem völlig anders ausschauenden Viertel in dem sich sowohl eine Vielzahl von Tempeln, Gästehäusern dieser, sowie Kindergärten befinden.

Hier besuchten wir dann einen weiteren Tempel, der erneut zur Kategorie “National Treasure” zählte und in dem für den Besuch von Nebengebäuden bezahlt werden sollte, was dazu führte, daß wir uns, auch aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nur einen Teil des Tempels anschauten. Von diesem Teil war dann auch noch ein wichtiger Aspekt, eine recht große Buddhastatue, aufgrund von Restaurierungsarbeiten nicht vorhanden.

Tag 12 Kyoto

Nach dem Aufstehen ergab sich zunächst das Problem, daß es im Econno Inn kein Frühstück gab und wir drei uns somit auf die Suche nach einer Möglichkeit zu Frühstücken machen mussten. Dieses gestaltete sich etwas schwieriger, da, wie mir erst später so richtig bewusst wurde, auch unterschiedliche Auffassungen von “Frühstück” als solchem vertreten wurden. Wir fanden dann aber etwas und konnten so eine Kleinigkeit zu uns nehmen.

Die anderen trafen wir erneut am Busterminal und so ging es auch gleich mit dem Bus zum ersten Tempel los. Es handelte sich hierbei um den Kiyomizu-dera  . Das Besondere an diesem Tempel stellten für uns wohl im Großen und Ganzen die Adler oder Falken, die über dem Areal aktiv waren, dar. Hinzu kam noch, daß das Tempelareal auch einiges an Wald bot und sich so ein sehr schönes Gesamtbild, das vermutlich zwei Wochen später, wenn sich das Laub endgültig rot gefärbt haben würde, noch schöner gewesen wäre. Das Ganze wurde eigentlich nur durch die große Anzahl an Touristen und/oder Schulkindern in seinem Eindruck geschmälert.

Von diesem Tempel ging es zunächst zurück zur Hauptstraße um von dort zum Yasakaschrein zu gehen. An diesen schließt sich der Maruyama Park an.Am Fuße des Aufwegs wurden Yukatas zu einem zunächst ansprechenden Preis angeboten, doch als die Verkäuferin meine Größe sah, schüttelte Sie nur den Kopf und meinte: Bei der Größe müsse noch eine 0 hinzugefügt werden. Dann also nicht…

Oben angekommen gelangten wir dann in den Park in dem ein älterer Herr in einem Teich Schildkröten fütterte.

Hier ruhten wir uns ein wenig aus und machten uns gingen dann kurz vom Regen heimgesucht nach Gion wo wir in einem Restaurant zu Mittag aßen und derweil den Regen abwarteten. In dem Restaurant gab es hauptsächlich Udon und Soba. Nach dem Essen war der Regen tatsächlich der Sonne gewichen und so machten wir uns auf gen goldener Pavillion.

Hier zeigte sich die Herbstsonne von ihrer besten Seite und tauchte den goldenen Pavillon in ein wunderbares Licht. Da hier jedoch leider der erneut Akku der Kamera beschloss in den Streik zu treten, gibt es hier (noch) keine Photos. Auf jeden Fall lässt sich sagen, daß der goldene Pavillon auf jeden Fall einen Besuch wert ist, auch wenn die Anzahl an Touristen erneut recht hoch ausfiel.

Abschließend gingen wir dann noch in den Ryoan-ji , der für seinen Zengarten berühmt ist. Der Garten fällt auf den ersten Blick mit 30 mal 10 m sehr klein aus. Doch ist es auch nicht ein Garten im herkömmlichen Sinne, sondern einer Fläche mit fein gerechtem Kies auf der sich insgesamt 15 Steine befinden. Diese scheinen scheinbar zufällig angeordnet zu sein, jedoch kann man aus keinem Blickwinkel alle 15 Steine sehen. Der Garten lädt durch dieses Arrangement förmlich dazu ein, einmal zur Ruhe zu kommen und den Geist schweben zu lassen. Wobei dieses schon schwer ist, wenn es dort so voll ist, wie es an diesem Tag war.

Nach dem Ryoan-ji bestiegen wir dann den Bus und fuhren in eine Gegend in Kyoto, die für Ihre guten Restaurants bekannt ist. Jedoch wurden wir durch die Preise ein wenig abgeschreckt was dazu führte, daß wir uns auf die Suche nach einem preisgünstigeren Restaurant machten.

Schließlich kehrten wir dann einem skurrilen im Kellergeschoss liegenden Etablissement in dem es Tonkatsu gab ein.

Das Lokal war primär eine Musikbar, die von jemandem betrieben wurde, der einmal in der Musikindustrie gearbeitet hat (was er da genau gemacht hat, war leider nicht so wirklich in Erfahrung zu bringen) Auf jeden Fall waren in dem Lokal mehrere Releaseposter einer japanischen “Sängerin” zu finden und auf den Photos, die den Besitzer zeigten, war u.a. eines dabei, daß ihn mit Steve Lukather von Toto zeigte.

Außerdem zeigte er uns noch ein seltsames Siegel, daß neben der Eingangstüre angebracht war und von dem er behauptete, daß es das Siegel einer Geisha wäre. Die habe er allerdings verärgert, weil das Siegel nicht hoch genug angebracht wurden sei. Na ja, wenn jemand eine solche Aussage bestätigen oder dementieren kann, wäre ich Ihm oder Ihr an dieser Stelle sehr verbunden.

George wurde auch die Möglichkeit gegeben ein wenig Gitarre zu spielen, jedoch waren die beiden Klampfen doch recht verstimmt, so daß dieses Projekt frühzeitig aufgegeben wurde.

Gegenüber versuchte Samuel in einem Photo-/Elektrogeschäft noch eine preiswerte CF Karte zu erstehen, doch war auch dieses nicht von Erfolg gekrönt.

Auf dem Rückweg Richtung Bahnhof durchquerten wir noch eine Einkaufspassage wo wir in einer Art Starbucksklon Kaffee und grünen Teeshake tranken und dazu noch irgendein süßes Gebäck verzehrten. Zwischenzeitlich wurde ich hier fast vom Schlaf übermannt, doch gab ich diesem Verlangen hier noch nicht nach.

Die Geschäfte in der Einkaufspassage schlossen langsam und wir schauten noch mal kurz in einem Schuhgeschäft um dann gen Bahnhof aufzubrechen und von dort in unsere jeweiligen Hotels zurückzukehren. Wir drei wählten hierzu den Weg am Fluss.

Im Hotel angekommen gab ich dann auch recht bald meinem Verlangen nach Schlaf nach. :)

Tag 11: Nach Kyoto und irgendwie gibt’s zwar überall in Japan Karten, doch müssen diese nicht auch immer richtig sein

Am Morgen wurde ich zunächst unsanft durch das Klingeln des Telefons geweckt, da ich mit Luis verabredet hatte, das wir um halb 8 frühstücken wollten. Denn Luis würde noch ein wenig früher als wir los müssen, da er heute zunächst mit dem Flieger nach Taipeh fliegen würde um dann rechzeitig zur Wohnungsübergabe am Freitag nach Göttingen weiterfliegen zu können.

Wir Anderen wollten dann gegen Mittag nach Kyoto fahren und am frühen Nachmittag dort ankommen.

So brachen George, Tomoko und meine Wenigkeit dann vom Bahnhof Kenkyû-gakuen mit dem dem Tsukuba Express nach Akibahara auf und wechselten dort in die Yamanote Linie der JR um zum Schinkansenbahnhof Tokyo zu fahren. Dort gelang es mir auch ohne Probleme eine Sitzplatz im selben Wagen wie die Beiden zu reservieren. Während wir in der Nähe des Schalters standen ergab sich dann noch eine lustige Begebenheit, da uns ein Ausländer etwas frage, was habe ich leider vergessen. Sollte ich es aber wieder herausfinden, so werde ich es hier nachreichen.

Die anderen Beiden schafften es leider nicht mehr in den Zug zu gelangen und würden daher mit dem nächsten Zug nachfolgen, der knapp 30 Minuten später in Tokyo sein würde.

Während wir allerdings noch am Bahnzeig in Tokyo auf unseren Zug warteten, konnten wir einmal sehen wo die Bahnarbeiter, also nicht Zugpersonal und Ticketverkäufer, arbeiten und wo sich ihr Pausenraum befindet, unter dem Bahnsteig…

Am frühen Nachmittag erreichten wir Kyoto und warteten am Bahnstieg dann die 30 Minuten. Danach machten wir uns erst einmal in die jeweiligen Hotels auf wobei Nadine, Samuel und ich, wobei eigentlich nur Samuel und ich, nähere Bekanntschaft mit den kyotoer Bussen machten, die definitiv nicht auf Europäer ausgelegt sind. Denn erstens sind die Dächer zu tief und zweitens stösst sich unsereins leicht an den rechts und links befindlichen Haltestangen den Kopf. Ich kann daher wohl mit Fug und Recht behaupten, daß dieser Tag der Einzige war an dem ich über Kopfschmerzen klagen musste.

Doch zurück zur Fahrt zum Hotel. Wir fanden umgehend den richtigen Busterminal vor dem Bahnhof und auch einer der empfohlenen Busse kam recht bald. In diesen stiegen wir ein und verliessen ihn an der auf der Karte des Hotels angegebenen Haltestelle wieder. Jetzt wollten wir den auf der Karte angegebenen Straßen zum Hotel folgen, was sich leider als ein wenig problematisch herausstellte. Denn auf der Karte waren nicht alle Straßen, die in der Umgebung lagen, verzeichnet und so dauerte es dann doch einige Zeit bis wir unser Hotel, daß gemäß Karte in einer Nebenstraße liegen sollte aber in Wirklichkeit an der Hauptstraße gelegen war, erreichten.

Die Zimmer im Econno Inn waren sauber und ausreichend groß. Außerdem hatte ich einen Balkon von dem aus ich über große Teile Kyotos blicken konnte. Auch das Bett war ok. Womit ich hingengen zunächst überhaupt nicht klar kam, war das zu kleine innenliegende Bad. Das hatte zur Folge, daß ich mich beim Eintreten erst einmal an der Innenseite der Badtür befestigten Handtuchstange stoß, da der Platz zwischen Toilette und Tür selbst für mich knapp bemessen war.

Wir hatten uns kurze Zeit später mit George und Tomoko an dem Tempel Sanusangen-do verabredet. In dem buddhistischen Tempel, der für seine 1001 Statuen  von Kannon berühmt ist, war das Photographieren leider verboten. 1604 fand in dem Tempel das Schwertduell zwischen Miyamoto Musashi und Yoshioka Denshichiro statt, das Musashi wie alle seine über 60 Kämpfe für sich entschied. Auch die Aussenanlagen waren sehr schön anzuschauen. Der Tempel schloss dann gegen 17.00 Uhr und wir schauten uns noch die Grünanlagen um den kaiserlichen Palast an, bevor wir dann zum Bahnhof zurückkehrten und die Kanadier um 18.00 Uhr am Busterminal trafen. Vorher schauten wir füns uns allerdings noch den Kyotoer Bahnhof, der architektonisch eine Menge zu bieten hat,an. Hierbei fiel jedoch der Weihnachtsbaum im Oktober aus meiner Sicht negativ heraus.Danach gingen wir alle gemeinsam in die oberen Galerien des Bahnhofs und aßen dort in einem Restaurant Okonomiyaki, v.a. deshalb, weil das bei den anderen Gästen noch nicht bekannt war. Nach dem Essen gingen wir dann alle gemeinsam zum Karaoke und hatte dort eine Menge Spaß bevor wir in unsere jeweiligen Hotels zurückkehrten.

Impressionen des Tages:

IMG_1885 IMG_1887

IMG_1892 IMG_1898

IMG_1906 IMG_1914

und so etwas in einem Tempelbezirk :( :

IMG_1918

IMG_1936 IMG_1938

IMG_1936 IMG_1938

IMG_1941 IMG_1945

IMG_1956 IMG_1958

IMG_1971

Tag 8 + 9 + 10

Damit es dem werten Leser nicht allzu langweilig wird, habe ich mir einmal erlaubt die Tage 8,9 und 10 zusammenzufassen. Außerdem fand ja an Tag 8 auch die Hochzeit statt.

Doch zunächst zum Beginn des Tages. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel Bestland, ss bestand die Möglichkeit, sich sowohl westliches als auch japanisches Frühstück am Buffet zusammenzustellen, brachen Luis und ich einmal in das nahe gelegene Einkaufszentrum auf. Dort versuchten wir uns dann mal an einem Tekken 6 Automat, mußten jedoch bald die Segel streichen, so daß wir ein wenig durch die verschiedenen Geschäfte schlenderten, wobei Luis noch eine Krawatte für später erwarb. In Japan gibt es einfach überall Einkaufszentren mit viiiiieeeelllleeeennnn Geschäften und zig Restaurants und Läden die irgendeine Form von Essen verkaufen. Da wundert es einen manchmal schon, warum die Japaner kaum dicke Menschen aufweisen. Ein, wenn auch eher scherzhafter, Erklärungsversuch meinerseits wäre, das die Japaner durch das Shoppen wieder genügend Kalorien verbrennen ;) . Wir kehrten zum Hotel zurück und jeder ruhte sich noch ein wenig aus, bevor wir dann gegen 14:40 zum Ray-Fuu, das um die Ecke beim Einkaufszentrum lag, aufbrechen wollten. Kleidungstechnisch entschied ich mich dann doch gegen das rote Hemd und wählte ein schwarzes mit dünnen weißen Streifen. Dann ging’s auf gen Hochzeit.

Dort hatten sich bereits eine Menge Leute eingefunden und wir wurden von Tomoko’s Vater und auch von der Hochzeitsplanerin begrüßt. Außerdem wurden uns ein Mann und eine Frau vorgestellt, die die englischsprachigen Gäste betreuen würden und die, daß habe ich erst später erfahren Freunde / Bekannte der Hochzeitsarangeurin waren und das Ganze freiwillig machten, Hut ab. Interessanterweise bildeten sich in der Wartelounge von Beginn an Grüppchen nach dem Schema Japaner / nicht Japaner. Dieses wurde einzig von Toshiro durchbrochen, den ich damals bereits in Göttingen einmal gesehen hatte. So lernten wir George’s und Tomoko’s Freunde aus Monréal, sowie auch seinen Chef kennen.

Nach einer geraumen Zeit wurden wir gebeten in die Kapelle, die ich hier nicht im christlichen Sinne verstanden wissen möchte. zu kommen. Dort suchten wir uns unsere Plätze und die Zeremonie begann. Die Beiden sahen einfach toll aus und der Anblick der Braut war atemberaubend. Näheres kann man später den Photos entnehmen. Als der Teil kam. bei dem ich auf die Empore mußte um als Trauzeuge zu unterschreiben, entstand kurz Konfusion, da die Freiwilligen und auch die Heiratenden selbst und ich schon gar nicht. nicht wußten ob die Trauzeugen sich schon wieder hinsetzen sollten. Auf jeden Fall klappte dann alles und wir verließen zunächst die Kapelle um danach erneut in der Lounge Platz zunehmen.

Als Nächstes ging es dann in einen Saal, wo das Essen serviert würde und das weitere Rahmenprogramm stattfinden würde. Auch hier wurde einiges geboten und die Gäste erhielten ein paar Geschenke!. Das Brautpaar erschien zunächst nach dem sich ein Vorhang geöffnet hatte und wurde dabei sehr schön beleuchtet. Das Brautpaar setzte sich auf einen erhobenen Platz und es gab Essen.

Die Menukarte, des 8-9 Gängemenus werde ich später an dieser Stelle nachreichen.

Während des Essens wurden Reden von Verwandten und den Trauzeugen vorgetragen und einige Photos der Beiden sowie der Familien und Freunde gezeigt. Schließlich wechselte das Brautpaar die Kleidung und George trug nun ein traditionelles Georgisches Gewand während Tomoko einen Kimono , sowie eine aufwendige Frisur trug. Ein Highlight war auch als George auf der Gitarre spielte und dabei von Tomoko, von der mir bis dato nicht bekannt war das sie so schön singen kann, begleitet wurde.

Nach dem das alles beendet war, ging man noch gemeinsam in ein Lokal um die Ecke um dort bei Getränken den Abend ausklingen zu lassen. Das Lokal schloss jedoch relativ früh und daher entschlossen wir uns noch ein wenig im Hotel zu feiern. Inzwischen hatte es übrigens angefangen zu regnen und ich sollte erneut vom japanischen Denken in Erstaunen versetzt werden: Tomoko’s Vater hatte für alle Gäste Regenschirme besorgt, damit diese nicht nass würden. Großartig!

Wir machten uns daraufhin zunächst zu sechst auf zum nahe dem Hotel gelegnen Seven Eleven ( 24 Stunden Supermarkt) und deckten uns mit Asahi, Plum Cocktail und Chips ein und gingen ins Hotel. Im Hotel stießen später noch die frisch Verheirateten, die sich inzwischen umgezogen hatten zu uns. Später fuhren Toshiro und seine Freundin, die während der Feier übrigens eine sehr schöne Cha Cha Cha Rumba Darbeitung gebracht hatten mit Tomoko und George mit dem Taxi nach Hause. Hier ist anzumerken, das Toshiro wohl in Tokyo wohnt, das mind. 30 Km entfernt liegt. Und wenn auch viele Sachen in Japan ziemlich teuer sind, so ist Taxifahren extrem teuer.Nadine und Samuel fuhren hingegen mit dem Tsukuba Express nach Tsukuba, wo sich ihr Hotel befand.

Am nächsten Morgen frühstückten wir ausgiebig und brachen dann nach Tsukuba auf, wo wir uns kurz das dortige Einkaufszentrum anschauten um dann einmal ein wenig den Campus zu überqueren. Tsukuba ist nämlich nach dem Vorbild Palo Altos ein riesiger Campus mit Instituten und Forschungseinrichtungen, quasi der Think Tank der Japaner.

Gegen Nachmittag kamen dann George und Tomoko, die vorher Tomokos Verwandten besucht hatten und gemeinsam ging’s dann noch zum Berg Tsukuba um den herum sich auch das alte Tsukuba finden lässt . Es handelt sich hier um einen heiligen Berg, zu dem die Leute extra aus Tokyo kommen. Initial D Fans hingegen müßte der Berg wegen seiner  Passtraße ein Begriff sein. Allerdings hat man die enge Straße mit vielen Huckeln versehen um so überhöhter Geschwindigkeit vorzubeugen.Der Teil der Strecke, den ich gesehen habe und der sich erst am Anfang befindet, hat es wahrlich in sich. Heckgetriebene oder 4WD müßten hier klar im Vorteil sein. Auf den Berg gelngt man nach demman einen Tempel passiert hat, mit einer Seilbahn, die doch eine recht heftige Steigung zu überwinden hat. Oben hat man dann eine schöne Aussicht und kann bei gutem Wetter bis zum Fuji sehen. Als wir allerdings oben waren, schossen wir kurz ein paar Photos und entschlossen uns, dem kühlen Wind nachgebend, wieder nach unten zu fahren.

Jetzt fuhren wir wieder zum Einkaufszentrum und assen dann in einem Restaurant Tonkatsu, was so etwas wie japanisches Schnitzel ist. Hier lernte ich das erste Mal das japanische Wartesystem für Restaurants kennen. Solange alle Tische besetzt sind, nimmt man auf einer Bank vor dem Lokal Platz um zu warten. Manchmal trägt man sich gar in eine Warteliste ein. Sobald dann ein Tisch für die Anzahl von Personen frei ist und man an der Reihe ist, wird einem Bescheid gesagt und man darf eintreten. Das Essen schmeckte, wie bisher eigentlich immer in Japan, vorzüglich.

Da der Abend aber noch jung war überlegten wir, was wir denn noch tun könnten und entschieden uns dafür mal einen Karaokeladen aufzusuchen. Doch gestaltete sich dieses zunächst schwierig, da die Beiden, die Tomoko noch von früher kannte, nicht mehr existierten. So kamen wir in den Genuß einmal in ihr Elternhaus zu kommen. Dort suchte tomoko dann einen Landen und wir fuhren dort hin. Auch wenn ich definitv nicht singen kann und dazu auch stehe, hatten wir dort eine Menge Spaß. Es scheint mir dennoch so, daß Karaoke keine billige Angelegenheit ist, da wir später pro Person nach Zeit und nicht Zeit und Fixpreis für den Raum und das Equipment bezahlen mußten. Leider gab es bei den englischen Liedern kein Alphaville – Big in Japan, das doch eigentlich sehr passend gewesen wäre. Dummerweise wählte ich relativ zu Anfang ein Lied, daß auch als Mann ein Paar etwas höhere Stimmlagen aufweist was zur Folge hatte, daß die Stimme dann ein wenig angeschlagen wsr. Aber egal, es hat wie gesagt eine Menge Spaß gemacht.

Anbei die Impressionen der 3 Tage:

IMG_1717 IMG_1719

IMG_1720 IMG_1722

IMG_1723 IMG_1724

IMG_1726 IMG_1731

IMG_1732 IMG_1733 IMG_1734

IMG_1736 IMG_1737

IMG_1749 IMG_1757

IMG_1776 IMG_1786

IMG_1795 IMG_1799

IMG_1800 IMG_1801

IMG_1805 IMG_1806

IMG_1808 IMG_1810

IMG_1812 IMG_1813

IMG_1815 IMG_1823

IMG_1826 IMG_1838

IMG_1841 IMG_1842

IMG_1847 IMG_1848

IMG_1852 IMG_1858

IMG_1861 IMG_1879

Tag 7

Am nächsten Morgen checkte ich nach einem reichhaltigen Frühstück und einem angenehmen Gespräch mit einem in Lausanne lebenden Franzosen und seiner aus Madagaskar stammenden Frau aus. Hier noch einmal mein Dank an die Direktoren des WfC, die eine echt tolle Arbeit leisten und einem einen wahrlich angenehmen Aufenthalt ermöglichen.

Nach dem Auschecken ergab es sich das erste Mal hier in Japan, das ich unter Zeitdruck geriet, da die Straßenbahn Opfer einer roten Welle wurde.Als ich an dem kleine Bahnhof von Mukanaida zwei Schüler nach dem Weg fragte, begleiteten sie mich umgehend dorthin- So erreichte ich das Mazdamuseum erst kurz vor und 10 und nahm dort an einer 1,5 ständigen Führung durch das Museum inkl. Besichtigung einer Produktionsstrasse teil. Ach ja und das ganze war umsonst und auch wenn es doch ziemlich zeitlich gerafft wurde, merkte man, daß es der Führerin Spaß machte und ein gewisser Stolz auf die Firma vorhanden war. Mazda unterhält übrigens auch ein Krankenhaus und es gibt ein von Mazda gesponsertes Baseballteam. Außerdem erstreckt sich das Areal von Mazda über eine Fläche von ca. 2,2 Hektar um Hiroshima und besitzt eine Brücke, die mit einer Länge von über einem halben Kilometer zu den längsten der Welt gehören soll. Das haueigene Kraftwerk produziert 75 % der Energie und darüber hinaus wird dort auch gleich recycelt. Zusätzlich gibt es zwei Hafen für die Verschiffung der fertigen Autos. Für ca. 3000 Mitarbeiter werden Wohnungen auf dem Werksgelände bereitgestellt. Interessanterweise beschäftigt Mazda anscheinend weltweit nicht mehr als 20000 Menschen, was mir doch ein wenig niedrig erschien. Aber beim Besichtigen, der größtenteils automatischen Produktionsstraße dann doch einleuchtete. Mazda kann auf dieser schon seit den 60ern mehrere Modelle gleichzeitig fertigen und so folgt dann durchaus auf einen RX 8 mal ein Mazda 2. Dem Wankelmotor ist ein extra Teil der Ausstellung gewidmet und man sieht das Mazda auf dessen Weiterentwicklung sehr stolz ist. Nachdem wir uns noch künftige Designstudien anschauten, war die Führung zu Ende.

Von dort fuhr ich dann als Nächstes mit der Bahn nach Myiamia-Guchi, fand dort sofort ein Schließfach. In dieser Hinsicht ist Japan wieder einmal sehr travellerfreundlich. Es gibt überall in ausreichender Anzahl Schließfächer um seine Sachen aufzubewahren. Die Fähre wird übrigens auch von JR betrieben und ist somit im Railpass mit inbegriffen.

Auf der kurzen Überfahrt bei der man schon vom Weitem das berühmte, bei Flut unter Wasser stehende rote Tori sehen konnte machte ich Bekanntschaft mit einem ursprünglich aus Arizona stammendem Amerikaner, der schon ziemlich in der Welt rumkommen ist. Wer kann schon von sich behaupten mal auf der Thule Air Base stationiert gewesen zu sein?

Inzwischen kam die Insel mit ihren Tempeln, Schreinen, Pagoden und ihrer alles überragenden Hügelkette, an deren Spitze sich der heilige Berg Misen mit seinen Tempelanlagen befindet, immer näher.

Der Anblick war einfach nur Atemberaubend und ist an Schönheit und Harmonie selten überboten wurden.

Am Pier fielen einem sofort die hier frei umherlaufenden Rehe auf, die ein ziemlicher Magnet für die Besucher zu sein scheinen (In beide Richtungen übrigens). Durch eine kleine Straße an deren beiden Seiten sich Souvenirgeschäfte, Restaurants und Imbissstände dicht an dicht schmiegte gelangte man schließlich zum Itsukushimaschrein. Dort hatten wir das Glück, das dort anscheinend wieder eine traditionelle Hochzeit gefilmt wurde. Dieser Ort ist allerdings auch wirklich sehr dafür geeignet. Innerhalb des Schreins konnte man die Menschen bei der Ausübung ihres Glaubens beobachten. Nach dem Schrein verabschiedete sich der Amerikaner, da er noch weiter nach Taipeh mußte und ich schaute mir den Daganjani Tempel sowie die Schatzhalle an. In letzterer war das Photographieren leider nicht erlaubt, was ich gerade aufgrund der dort ausgestellten Gegenstände als wirklich schade empfand. Jetzt stellte sich für mich noch die Frage ob ich es in meinem knapp auf zwei Stunden veranschlagten Aufenthalt auf den 430 m über N.N. liegenden heiligen Berg Misen schaffen würde. Dieses Unterfangen mußte ich dann jedoch vorzeitig beenden, da die Seilbahn eine Zwischenstation besitzt von der nur alle 15 Minuten eine Gondel verkehrt. Sehr schade. Diese Information erhielt ich übrigens durch die Hilfe einer sehr gut englischsprechenden  Japanerin, die sich für mich nach diesen erkundigte. So entschloss ich mich, mir noch ein wenig die Geschäfte anzuschauen und außerdem doch einmal nachzugeben und etwas von den auf Miyajima angebotenen Köstlichkeiten zu verzehren. Außerdem erwarb ich einige Postkarten. Bezüglich des Essens entschied ich mich für “Maru-kin honpu” , daß ist wohl eine Spezialität aus Miyajima. Es handelt sich hier um einen gedämpften Teigball (?), der entweder mit Fleisch oder Gemüse gefüllt ist. Ich entschied mich zunächst für einen mit Fleisch und hatte diesen dann auch verzehrt als ich die Fähre besteigen wollte. Jedoch wollte ich gerne noch einen weiteren haben und ging so noch einmal 10 Minuten bis zu dem Stand zurück und erwarb jeweils einen mit Fleisch und Gemüse, wobei ich der Meinung bin, daß der mit Fleisch besser geschmeckt hat. Bei dieser Gelegenheit konnte ich es mir nicht nehmen lassen, das Ganze auch einmal zu photographieren. Dadurch verpasste ich zwar meine Fähre, allerdings wurde ich durch das leckere Essen mehr als entschädigt. Von der Fähre aus fuhr ich mit der Bahn zum Bahnhof Hiroshimas und lernte unterwegs noch ein älteres Ehepaar aus Israel kennen. Am Bahnhof reservierte ich mir für den ersten Zug bis Shin-Osaka einen Platz, welchen es für den Anschlusszug von Shin-Osaka nach Tokyo leider nicht gab. In Shin-Osaka hielt ich mich dann kurz in der Wartezone auf und kaufte an einem der vielen Stände noch einen frischen Mangosaft bevor ich frühzeitig zum Bahnsteig eilte, da ich nicht stehen wollte. Denn im Shinkansen gibt es nur ein paar Wagen mit freien Sitzplätzen.Wobei ich dann doch überrascht war so schnell einen zu finden. Ich bemerkte hingegen schnell meinen Irrtum, als der erste Fahrgast sich eine Zigarette anzündete – ich war in einem Raucherabteil gelandet.. Schnell wechselte ich daher den Wagen und schlief in der Folge erst einmal ein paar Stunden bevor ich in Tokyo ankam und mich mit der JR Keihin Tohoku Negishi Line schnell auf den Weg nach Akihabara machen wollte um dort den Tsukuba Express zu besteigen. Irgendwie passierte es mir aber, und ich möchte das an dieser Stelle einmal auf den langen Tag schieben, daß ich kurzfristig in die falsche Richtung fuhr. Ich bemerkte meinen Irrtum jedoch sehr schnell und wechselte an der nächsten Haltestelle in die richtige Bahn. In Akihabara wechselte ich schnell und löste beim Bahnposten ein Ticket nach Tsukuba. Ich fuhr ungefähr eine Stunde mit dem Semi Rapid Service Tsukuba Express und stieg dort an der Endhaltestelle Tsukuba aus. Doch dort erlebte ich eine böse Überraschung, das Hotel war weit und breit nicht zu sehen und auch die Passanten kannten das Hotel nicht. Hmm… sehr merkwürdig dachte ich und so suchte ich das Koban auf. Hierunter versteht man einen Polizeiposten. Dort war mein Hotel allerdings auch nicht bekannt ABER immerhin gab es hier eine Karte von Tsukuba und Umgebung auf der es mir dann gelang das Hotel am Rand der Karte auszumachen. Na denn also dann mal auf dachte ich mir, wird ja nicht so weit sein, den bisher waren die Karten doch immer mehr als großzügig ausgelegt gewesen. Eine dreiviertel Stunde später vertrat ich diese Meinung nicht mehr so uneingeschränkt, wobei ich nun immerhin beim Hotel war und dort eincheckte. Luis erwartete mich bereits dort und nachdem ich mich frisch gemacht hatte, ließen wir den Abend gemütlich bei einem Asahi Super Dry ausklingen.

Anbei findet Ihr die üblichen Impressionen des Tages, zunächst sehr autolastig ;) :

IMG_1405 IMG_1408

IMG_1409 IMG_1413

IMG_1418 IMG_1421

IMG_1422 IMG_1425

IMG_1426 IMG_1441

IMG_1465 IMG_1467

IMG_1472 IMG_1475

IMG_1481 IMG_1484

IMG_1490 IMG_1492

IMG_1497 IMG_1511

IMG_1517 IMG_1528

IMG_1539 IMG_1543

IMG_1549 IMG_1554

IMG_1555 IMG_1558

IMG_1563 IMG_1578

IMG_1585 IMG_1633

IMG_1631 IMG_1639

IMG_1640 IMG_1641

IMG_1642 IMG_1647

IMG_1670 IMG_1695

IMG_1700 IMG_1711

IMG_1708 IMG_1704

Tag 6

Diese Zeilen entstehen während ich im Shinkasen von Shin-Osaka sitze. Sprich wieder einmal einen Tag nachdem die beschriebenen Ereignisse eingetreten sind.

Ich hoffe, daß meine Leser darüber hinwegsehen können, aber das Schreiben braucht seine Zeit und meistens ist mein Ausflugsprogramm doch einem sehr straffen Zeitrhytmus unterworfen.

Doch jetzt zum gestrigen Tag. Heute hatte ich mir also vorgenommen zum Friedensmuseum, zum dazugehörenden Friedenspark und zum Atombomben Dome zu gehen.

Ich entschied mich dieses zu Fuß zu tun und war dann wohl auch knapp 10 – 15 Minuten später dort. Von weitem sah ich schon wieder, daß wohl auch eine Menge Schulklassen anwesend waren. Der Eintritt für das Museum kann wohl eher als symbolisch betrachtet werden.Ein wenig mehr kostete dann der deutschsprachige Audioguide, der wie sich im Laufe des Museumsrundgangs zeigen würde, allerdings auch mehr als lohnte.

Die Ausstellung begann mit der Entwicklung Hiroshimas in der Vergangenheit und dessen Rolle als Garnisonsstadt (Verschiffungshafen) in den von Japan geführten Kriegen im 19 und 20 Jh. Insbesonders durch diese Kriege wurde die Bedeutung der Stadt gesteigert und sie wurde letztlich zum Hauptquartier der kaiserlichen Armee.  Als nächste Entwicklung ist dann Japans Plan der ostasiatischen Wohlstandssphäre hervorzuheben, der letztlich in unseren Geschichtsbüchern den Beginn des 2. Weltkrieges markiert. Hier hingegen wird er als der “Manschureivorfall” bezeichnet. Diese Entwicklung soll verdeutlichen, warum Hiroshima schließlich Ziel der Bombe wurde. Mit diesem Aspekt und der amerikanischen Motivation sowie der Entwicklung der Atombombe anhand von Originalen und Repliken der amerikanischen Dokumente befasst sich dieser Abschnitt der Ausstellung. Auch mit der angerichteten Zerstörung Fläche und Bebauung betreffend. Hier wird auch  auf die menschlichen Verluste Bezug genommen. Hier ist dann interessant, daß ausdrücklich die koreanischen Zwangsarbeiter aufgeführt werden.Darauf folgt ein Abschnitt der sich mit den nach dem 2. Weltkrieg begonnenen Bemühungen Hiroshimas und Nagasakis für eine Atomwaffenfreie Welt beschäftigt. Soweit zum theoretischen Vorspiel.

Im zweiten Flügel des Gebäudes erwartet einen dann das Grauen in Form von Berichten von Atombombenüberlebenden und Gegenständen von denjenigen, die nur auf Grundlage von diesen identifiziert werden konnten. Der Audioguide erzählte, wie bereits zuvor etwas über das Geschehene und ich möchte an dieser Stelle sagen, daß es wahrlich ans Herz ging. Auf diese Abteilung folgte dann ein Teil, der sich mit den akuten und späteren Folgen der Atombombe befasste und in dem auch nicht die Geschichte des Mädchens mit den 1000 Kranichen fehlen dürfte. Erstaunlich aus meiner Sicht war, wie schnell es den Japanern und auch dann dem Roten Kreuz gelang trotz der wenigen zur Verfügung stehenden Mittel Hilfe zu organisieren. An dieser Stelle möchte ich noch auf ein interessanten Fakt hinweisen: Kurze Zeit nach der Atombombe fegte ein Typhoon über Hiroshima hinweg und dieser könnte der Grund dafür sein, warum die Strahlenbelastung vergleichsweise schnell nachließ. Zumindest ging man zunächst davon aus, daß in Hiroshima nie wieder eine Pflanze wachsen würde.

Am Ende der Ausstellung konnte man sich noch die Berichte von 10 Überlebenden anschauen. Diese waren sehr unterschiedlich in ihrem emotionalen Grad. Von keiner Emotion bis hin zu weinen, war hier alles dabei und auch ein Koreaner kam zu Wort, dessen erster Gedanke nach der Bombe war, daß nun wie bereits einmal zuvor die Koreaner dafür verantwortlich gemacht würden.

Alles in allem hat die Ausstellung mich emotional doch sehr mitgenommen.

Nach dem Museum ging ich noch in eine unterirdischen Gedächtnissraum? , schaute mir den Friedenspark mit dem Kenotaph, dem Denkmal für die Kinder, die Koreaner und den Atombomben Dome an.

Inzwischen war reichlich Zeit vergangen und so entschloss ich mich gen Innenstadt zu gehen um dort in einem in meinem Reiseführer empfohlenen Okonomiyakirestaurant zu speisen. Doch dieses zu finden gestaltete sich trotz Karte ein wenig schwierig, so daß ich schließlich einen Japaner fragte, der mich dann auch nach Ca. 10 Minuten dort hinführte und das obwohl es definitiv nicht auf seinem Weg lag. Großartig.

In dem Restaurant traf ich dann auf ein amerikanisches Pärchen aus Kalifornien, die zusammen mit zwei älteren Japanerinnen dort waren, die entweder irgendwie mit ihnen verwandt oder ihre Freunde waren. Auf jeden Fall entwickelte sich ein angenehmes Gespräch und das Okonomiyaki war auch hervorragend. Ich esse jetzt schon seit knapp einer Woche lauter unbekannte Dinge und konnte mich noch nicht einmal darüber beschweren, einfach erstaunlich. Was dann passierte fand ich dann doch sehr überraschend. Die Vier wollten gehen und es stellte sich heraus, daß es sich die ältere Dame nicht nehmen lassen wollte zu bezahlen und als sie dann aufstand meinte sie doch fast schon beiläufig zu mir, daß sie auch für mich bezahlt hätte. Ich war über diese Gastfreundlichkeit wohl so verdutzt, das ich wohl ziemlich verdattert dreinschaute. Sie meinte nur, daß es ok sei und die vier zogen von dannen.

Noch  ganz überrascht und immer noch ein bisschen mitgenommen vom Museum entschied ich mich, dem Zen Garten in Hiroshima einen Besuch abzustatten. Im Nachhinein bin ich mir sicher daß das zu diesem Zeitpunkt die beste Entscheidung war, da der Garten sehr dazu beitrug, daß ich mich besser fühlte. Bei dem Park handelt es sich zwar um eine Rekonstruktion, da das Original durch die Bombe zerstört wurde, doch dennoch war es wie in einer anderen Welt. Harmonie pur.

Auf dem Rückweg bummelte ich noch ein wenig durch die große Einkaufspassage in Hiroshima und konnte jetzt auch endlich feststellen, daß es auch durchaus Dinge in Japan gibt, die ein wenig preiswerter als bei uns sind. Hierzu zählen z.B. Produkte von Adidas. Darüber hinaus gibt es auch Kleidungsgeschäfte, die preiswertere aber anscheinend immer noch qualitativ hochwertige Textilien verkauften. In einigen Mangaläden und Läden für ältere viel. gebrauchte Bücher scheiterte ich dann allerdings mehrmal kläglich als ich versuchte den alten Manga Lady Snowblood auf japanisch zu bekommen. Mir schlug hier zwar immer extreme Hilfsbereitschaft entgegen doch war die gepaart mit Unkenntnis der Materie, so daß ich dieser Versuche immer erfolglos abbrechen musste.

In einem Computergeschäft teite man mir dann mit, daß der neue iMac erst morgen da sein würde, schade.

Danach überkam mich langsam eine Müdigkeit und ich kehrte zum WfC zurück, wo ich mich zunächst schlafen legte. Später wachte ich wieder auf und besah mir meine Planung für den nächsten Tag, die erneut exakt auf den Fahrplan von Japan Railways abgestimmt war. Ich brauche einfach überall zu lange, aber es ist hier auch einfach überall auf seine eigene Art ein Erlebnis.

Und jetzt wie immer Impressionen des Tages:

IMG_1044 IMG_1045

IMG_1047 IMG_1055

IMG_1060 IMG_1062

IMG_1066 IMG_1082

IMG_1105 IMG_1108

IMG_1123 IMG_1124

IMG_1129 IMG_1139

IMG_1167 IMG_1168

IMG_1171 IMG_1192

IMG_1195 IMG_1202

IMG_1206 IMG_1225

IMG_1232 IMG_1244

IMG_1256 IMG_1299

IMG_1325 IMG_1334

IMG_1335 IMG_1352

IMG_1362 IMG_1364

und den hätte ich gerne ;)

IMG_1372


Tag 5 und eine Bahn auf die mehr als Verlass ist.

Nachdem ich jetzt also mehrere Tage in Tokyo verbracht hatte, sollte es nun, mit kurzem Aufenthalt in Himeji, nach Hirsohima gehen. So frühstückte ich erneut ausgiebig und machte mich dann auf den Weg zur Metrostation und fuhr zum Tokioter Bahnhof. Dort reservierte ich mir am Schalter einen Platz für die Fahrt von Tokyo nach Himeji und einen für einen späteren Zug, den ich dann von dort nach Hiroshima nehmen würde. Alles ging völlig unkompliziert vonstatten und die JR Mitarbeiterin bediente mich freundlich und kompetent. Ja, hier wird Service wahrlich groß geschrieben. Ach ja bevor ich es hier vergesse, die Reservierung hat für mich als Besitzer eines vierzehntägigen JR Railpasses natürlich nichts gekostet. Danach bin ich dann das erste Mal in meinem Leben in einen Shinkansen gestiegen und los ging die Fahrt. Man fühlt sich beim Beschleunigen des Shinkansen in gewisser Weise häufig an die kurzfristige Schuberhöhung bei einem Flugzeug erinnert. Jedes Mal wenn der Schaffner in den Wagen kam verbeugte er sich bei Beginn und vor Verlassen des Wagens. Von der Fahrt selbst habe ich nur kurz den Blick auf den Fuji mitbekommen und da dann auch noch von ein paar vor mir sitzenden Touristen , vermutlich Engländern, ein paar bessere Schnappschüsse via iPhone – Mactransfer erhalten. Ansonsten versuchte ich mich ein wenig auszuruhen, da man mich ja nicht so wirklich als den großen Freund der Neigezugtechnologie bezeichnen kann.

Exakt gegen 13:43 Uhr erreichte ich dann den Bahnhof von Himeji, schloss kurz mein Gepäck weg und machte mich dann der Hauptstraße folgend auf den Weg zum Schloss. Die Strecke dorthin sollte 15 Minuten dauern und mein Zug gen Hiroshima würde um 15:52 Uhr abfahren. Der erste Eindruck der sich mir von dem Städtchen bot, war das die Menschen hier schon mal wesentlich entspannter waren und es hier und da auch mal die ein oder andere weibliche Person gab, bei der sich ein Lächeln auf dem Gesicht zeigte. Ich schaffte die Strecke in ungefähr 8 – 10 Minuten und schon frühzeitig wurde das Schloss sichtbar. Der Anblick der sich einem bot, war einfach nur als Atemberaubend zu beschreiben.Am Eingang löste ich, meinen ISIC vorzeigend ein Ticket und bewegte mich daraufhin gen Hauptturm. In diesem mußte man, wohl wegen des Holzfussbodens, die Schuhe ausziehen und erhielt dafür extra eine Plastiktüte für die eigenen Schuhe. Vom Turm aus sah man aus den unterschiedlichen Stockwerken das Burggelände und auch die Stadt Himeji, was für ein trauriger Kontrast..denn als schön kann man die heutige Stadt wohl nicht bezeichnen. Die Burg sticht einfach mit ihrer Schönheit aus allem heraus. Im Turm befanden sich außerdem noch eine Menge Exponate der einstigen Fürsten von Himeji. Je weiter man der Spitze kam umso steiler wurden die Holztreppen und vermutlich wäre eine Person meiner Größe nicht der geeignete Kandidat für die Verteidigung und/oder Erstürmung der Burg gewesen :) . Aber wie so oft lohnte es sich. Inzwischen war die Zeit gefährlich weit fortgeschritten und so eilte ich gen Bahnhof, was zunächst durch etliche rote Fussgängerampeln behindert wurde. Den Bahnhof erreichte ich gegen ca. 15:48, holte schnell mein Gepäck aus dem Schließfach und saß dann gegen 15:52 Uhr im Shinkansen in Richtung Hiroshima. Das wäre in Deutschland schon mal daran gescheitert, das mir ständig jemand vor die Füße gelaufen wäre.

Nach ein paar Stationen setzte sich auf den Platz neben mich ein Japaner und als er sah, daß ich einen deutschen Reiseführer durchblätterte, kamen wir ins Gespräch. (allerdings auf Englisch) Er arbeitet nämlich für eine deutsche Firma für Messtechnik, die ihren Hauptsitz in einer kleinen Ortschaft nahe Nürnberg hat. Schon toll wie gut man sich mit den Japanern unterhalten kann, sobald man ein Gespräch beginnt. Danke an dieser Stelle.

Um 16:54 erreichte ich dann, Wishful Thinking hörend, Hiroshima. Mit mir stieg ein weiterer Tourist aus mit dem ich dann gemeinsam gen Straßenbahn ging. Er stammte ursprünglich aus Rumänien, lebt aber schon seit 15 Jahren in Kanada. Immer wieder interessant was man hier für Menschen trifft. Er stieg dann am Atombomben Dome aus, während ich weiter gen Hotel fuhr. Schließlich kam ich am World Friendship Center an und sobald ich es betrat, fühlte ich mich wie in eine andere Welt versetzt. Ich wurde dort von der Frau des Direktorenehepaars  (Es handelt sich hier um ein älteres extrem liebevoll und herzliches christliches Rentnerehepaar aus Amerika, das sich entschlossen hat freiwillig an sozialen Projekten zu arbeiten, einfach toll) auf herzlichste begrüßt und in mein Zimmer gebracht, wo sich ein Ordner mit allen relevanten Informationen zur Unterkunft, zu Restaurants, Internet etc. befand. Doch zunächst ruhte ich mich erst einmal eine Runde aus. Später ging ich runter. Neben dem Eingangsbereich befindet sich ein größerer Raum, der auf der einen Seite als Wohnzimmer aber auch als Bibliothek betrachtet werden kann. Dort saß die Dame in einem Stuhl und las in einem Buch. Ich erkundigte mich nach einem Restaurant in dem ich die lokale Spezialität, Okonomiyaki essen könnte, da das was empfohlen wurde gerade heute geschlossen hatte. Sie empfahl mir eines das direkt an der Strassenecke lag. Gegenüber diesem befand sich allerdings ein weiteres Restaurant und da dieses “einheimischer” aussah suchte ich dieses auf. Es handelte sich um ein kleines Restaurant in dem ein paar Leute saßen, die Sake tranken und aßen. Ich bestellte mir etwas, das wohl auf/über Kohle gebratenes Schweinefleisch hieß. Dieses schmeckte auch sehr gut, wenn es vielleicht auch ein bisschen wenig war. Wenn Sie sich unbeobachtet fühlte, sah man übrigens eine deutliche Entspannung in den Gesichtsmuskeln der einen Bedienung. Als ich Sie jedoch später photographieren wollte, winkte sie sehr verlegen ab. So ging ich zunächst erst einmal gen WfC zurück, wo ich kurzfrisitig vom Schlaf übermannt wurde. Dieser hielt jedoch nicht wirklich lange an und so ging ich danach, erneut Hunger verspürend, in das Okonomiyakirestaurant auf der anderen Seite. Dort aß ich dann Okonomiyaki und trank dazu ein frisch gezapftes Asahi. Einfach nur lecker. Als ich mein Essen, das auf einer heißen Platte vor mir lag erhielt, schaute ein älterer Japaner nebst Begleitung zur mir rüber und war dann wohl sehr verblüfft als ich das Essen problemlos mit Stäbchen aß. Er winkte mir auf jeden Fall zu. Nach dem phantastischen Essen ging ich zurück ins WfC und unterhielt mich noch eine Weile mit der Direktorin, bis ich dann endgültig zu Bett ging.

So jetzt aber zu den Impressionen des Tages. Aber ich warne Euch es ist viel Schloss zu sehen.

IMG_0775 IMG_0784

IMG_0786 IMG_0781

IMG_0785 IMG_0788

IMG_0792 IMG_0805

IMG_0834 IMG_0853

IMG_0854 IMG_0911

IMG_0918 IMG_0951 IMG_0958 IMG_0989

IMG_1003 IMG_1029

IMG_1031 IMG_1032

Ach ja und so kann das aussehen wenn man sein Wlan bei derAusfahrt aus Tokyo angeschaltet hat :

shinkansenwlan

Tag 4

Ortszeit 3:08

Dieser Blogeintrag für den gestrigen Tag entsteht, während ich an Bord des Shinkansen in Richtung Himije sitze. Alleine das wäre schon einen eigenen Eintrag wert, aber dieser wird später nachgereicht werden.

Ich entwickle mich hier übrigens zu einem richtigen Frühaufsteher. :) Während dieses die meisten Tag bisher dazu führte, daß ich mein Ausflugsprogramm effizienter gestalten konnte, trifft dieses in Bezug auf diesen Tag nur bedingt zu.

Denn es ging nach Akibahara und dort öffneten die meisten Geschäfte erst gegen 10.30 oder 11.00 Uhr. Ich hingegen war bereits gegen ca. 9.30 dort was dazu führte, daß ich eine Menge Eindrücke gewinnen konnte, die einem sonst vermutlich entgehen würden. Hierzu zählen Menschen auf dem Weg zur Arbeit, wobei ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, daß hier in Japan immer Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder auch Nachhause sind. Außerdem bietet sich zu dieser frühen Stunde auch die Möglichkeit einmal die Diskrepanz von Armut und Reichtum und die anscheinend selbstverständliche Koexistenz von Beidem zu beobachten. Auch wenn solche Momente natürlich interessant für den Betrachter sind, so verursachen sie in mir ein flaues Gefühl. Doch muß ich gestehen, daß dieses Gefühl sich schnell in Luft auflöst, sobald man den ersten Laden in Akibahara betritt und von dem Angebot an Kameras, Computern und anderen Artikeln wiederum in seinen Bann gezogen wird. Neuste Modelle und eben v.a auch welche, die es bei uns noch gar nicht gibt. Schon wahrlich beeindruckend. In Akhibara finden sich aber auch noch weitere Geschäfte, die allerlei “interessante” Gegenstände verkaufen. So können sich hier die Cosplayer mit ständig neuen schrillen Uniformen ausstaffieren und es scheint eine Selbstverständlichkeit, das es in der selben Etage oder aber eine darüber eine Menge Sexspielzeug und Gegenstände mit eindeutig auf Sex bezogener Thematik gibt. In diesen Geschäften ist das Photographieren explizit verboten! Sobald dann immer mehr Geschäfte öffnen, kann man nun endlich auch die Manga und DVD und Games Läden betreten, die ich hier einmal ganz persönlich als eine Enttäuschung bezeichnen möchte. Das liegt v.a. darin begründet, daß v.a. die DVD Geschäfte vermutlich zu mindestens 80 % erotikbezogene DVDs verkaufen. Und anders als in Deutschland geht man dort eben am helllichten Tage hin. Vereinzelt kann man hier auch Frauen antreffen. Hier möchte ich kurz etwas über Spielzeugläden loswerden indem ich kurz sage, daß diese wirklich befremdlich sind und es aus gesetzlichen Gründen hier vermeiden mich weiter diesbezüglich zu äußern.

Die Mangaläden besitzen zwar ein großes Angebot, doch fand sich hier für mich die Erklärung warum die Mangas für die ich mich interessiere doch recht unpopulär sind und diese Genres kaum Nachschub erhalten. Anscheinend geht es in den von den Japanern bevorzugten Mangas meist um irgendwelche Collegegeschichten und dann vorzugsweise mit leicht bekleideten Mädchen und Jungen etc. während die ernsthaften Genres teilweise zwar durchaus bekannt sind aber in der Anzahl nicht stark hervortreten.

Anschließend besuchte ich einen Apple Premium Reseller und mehrere Geschäfte die allerlei Macs in mehr als ausreichender Menge vom iMac G4 bis zum Cinema Display 24″ auf Lager hatten.

Inzwischen war die Zeit gekommen etwas zu MMittag zu essen, so daß ich mich entschloss einmal ein so genanntes Maidocafé auszuprobieren in dem das Personal in Mangaklamotten in angenehmen Ambiente einem zu Diensten sein soll. So steht es zumindestens in den Reisführern und Broschüren, die von den Mädchen? jungen Frauen verteilt werden. In der Realität ist es jedoch auch etwas, was vermutlich nur Japaner wirklich mögen können. Alles ist sehr rosa gehalten und man fühlt sich zeitweilig wie auf einem Kindergeburtstag. Darüber hinaus fehlt es den Mädchen? jungen Frauen meist an Stimme, da sie vorher schon in den Straßen viel zu viel Werbung gemacht haben. Zu der Ehrenrettung des Cafés möchte ich hingegen anführen, das das Eis mit dem Apfelstrudel gut geschmeckt hat und mein Bedarf für den Mittag deckte.

Nach all diesen Erlebnissen entschied ich mich nach Ginza zu fahren und schlenderte dort angekommen, erst einmal durch die Straßen mit den feinen Geschäften. Es fiel einem sofort ins Auge, daß man in einer besseren Gegen war, da v.a. die Frauen hier wesentlich anders als anderswo gekleidet waren. In Gina sieht man mancherorts den Kontrast zwischen Alt und Neu auf interessante Weise in den Gebäuden ausgedrückt. Zusätzlich sind die Autos hier größer und der Anteil an westlichen Modellen liegt über 25 %, was für Japan ein recht hoher Teil ist. Zusätzlich kann man hier auch mal, anstelle der üblichen Toyotataxis, einen Mercedes CLK der als Taxi genutzt wird, antreffen.

Danach machte ich mich auf den Weg zu den Hauptgeschäftsstrassen von Ginza, die mit einer Vielzahl von Geschäften aufwarten. Anscheinend gibt es jeden Samstag eine spezielle Bombay Sapphire Gin Verköstigung im Dieselgeschäft, nicht schlecht.  Direkt an der wichtigsten Straße in Tokyo befindet sich das Sonygebäude in dem man sich sowohl die neusten Produkte anschauen als auch die Modell für Übersee erwerben kann. Von diesem Geschäftsgebaren könnten einige große deutsche Elektrokonzerne mal lernen. Auch Nissan besitzt einen kleinen Showroom in dem sie ihren neusten Wagen vorstellen. Dort in der Nähe findet sich auch der erste Applestore Tokyos, dem ich natürlich auch einen Besuch abstattete. Anscheinend fehlt(e) dort der Concierge, zumindest konnte ich keinen Mitarbeiter, der das übliche orange T-Shirt trug ausmachen. Ansonsten sah der Apple Store eben wie ein Apple Store aus und verfügte in der ersten Etage über Räume für Workshops. Ich suchte noch zwei Geschäfte für CDs auf und erwarb dort CDs von Meiko Kaiji bevor ich mich auf den Weg zum berühmten Kabuki Theater machte um mich dort zu erkundigen wann die verschiedenen Akte beginnen würden. Es gibt die Möglichkeit im Kabukitheater nur einen einzigen Akt zu schauen, da die kompletten Vorstellungen ersten meistens lange vorher ausverkauft sind und außerdem eine Aufführung mindestens 3 Stunden dauert. Als Ausländer erhält man gegen eine kleine Gebühr eine Box mit einem Ohrstecker damit man der Handlung grob auf Englisch folgen kann.

Ich entschloss mich also später wiederzukommen, doch wollte ich vorher erst einmal ins Andon um meine Sachen dort hin zu bringen und um in Asakusa noch etwas zu Abend zu essen. Ich entschloss mich erneut für Sushi und kehrte in einem vom Hotel empfohlenen Sushirestaurant ein. Diesmal hatte ich leider nicht wie gestern den Vorteil, daß ich einen Experten für Fisch dabei hatte, aber es schmeckte trotzdem, wenn ich diesmal auch nicht so experimentierfreudig war. Nach dem Essen schaute ich mich noch ein wenig in Asakusa um um dann zum Kabuki-sa zu fahren um mich für das Ticket anzustellen, da auch wenn die Plätze für ein solches Ticket sich ganz oben befinden, sie dennoch begehrt sind. Japaner verstehen es echt organisiert in einer Schlange zu stehen. Doch es lohnte sich auf jeden Fall auch wenn dort ebenso das Photographieren verboten war. Der Herr der neben mir saß hatte jedoch ein Fernglas mit,  daß ich mir dann auch mal ausborgte und so wesentlich mehr in den Genus der Vorstellung kam. Nach der Vorstellung liefen die Leute alle wie Ameisen zu Metro und interessanterweise ergab es sich, daß ich in der selben Metro wie der Herr neben mir landete und wir ins Gespräch kamen und uns ein wenig über Kabuki unterhielten.Im Anton suchte ich erneut das Jacuzzi auf, was mir meine Füsse dankten. Als ich mich dann schlafen wollte, stellte ich noch fest das der Apple Store down war und es wohl neue Produkte geben würde.

IMG_0597 IMG_0598

IMG_0600 IMG_0603#

IMG_0607 IMG_0609

IMG_0611 IMG_0659

IMG_0617 IMG_0619

IMG_0623 IMG_0685

IMG_0690 IMG_0689

IMG_0724 IMG_0712

IMG_0727 IMG_0735

IMG_0736 IMG_0752

Tag 3

Ich komme immer mehr in diesem tollen Land an. Wobei es sich hier auch um einen besonderen Tag handelt, da ich gemeinsam mit George und Tomoko unterwegs war.

Zunächst haben mich die Beiden gegen 10.30 Uhr im Hotel abgeholt und dann sind wir bei Sonnenschein gen Mitaka, wo sich das Ghiblimuseum befindet, aufgebrochen. Da sich Mitaka in einem Aussenbezirk von Tokyo befindet, sah ich jetzt auch mal Japaner deren Kleidung nicht nach Experiment schrie :) . In Mitaka angekommen nahm ich auch das erste Mal hier in Japan bewusst Strassenlärm wahr, da dieser bisher, aufgrund der Tatsache, das in Tokyo ausschließlich Elektroautos unterwegs zu sein schein und LKWs in der Innenstadt eine Seltenheit darstellen, so gut wie nicht zu hören war.

Vom Bahnhof aus gingen wir durch einen Park und gelangten schließlich zum Ghiblimuseum, in dem das Photographieren leider nicht erlaubt war, was ich zwar verstehen kann, aber sehr schade finde. Denn das Museum ist einfach nur toll und so stört es einen auch nicht, wenn dort sehr viele Leute zu finden sind. Viele Räume sind wie Arbeitszimmer des Zeichners gestaltet und mit Büchern und mechanischen Maschinen ausgestattet. Es gibt auch einen Stand für den kleinen Snack für zwischendurch und ein Restaurant. Wir entschlossen uns für Curry mit Gemüse und einen kalten Tee. Gegen Ende des  Museumsbesuchs schauten wir uns in dem zum Museum gehörigen Kino noch einen Kurzfilm über das Leben in einem Tümpel? an. Der Museumsshop hatte zwar eine Menge an sehr schönem Ghiblimerchandise, jedoch kann man hier leider nicht sagen, daß die Preise human seien :( . Also stauen gucken und schnell wieder weg, damit man nicht nachher doch noch Unsummen für etwas ausgibt, was letztlich nur im Regal stehen wird.

Mit Wehmut und frohem Herzen verließen wir das Museum und gingen, diesmal einen anderen Weg durch den Park nehmend, zurück zur Bahn. In dem zum Park gehörenden See sahen wir dann noch eine Menge Fische, deren Größe mich wahrlich verblüffte. In der Gegend um den Bahnhof entschieden wir dann Sushi zu essen. Dies gestaltete sich zunächst schwierig, da die ersten beiden Restaurants geschlossen waren bzw. renoviert wurden. Wir wurden schließlich fündig und gingen in ein kleines Sushirestaurant an dem die verschiedenen Sushis auf einem Band an einem vorbeifuhren. Dort speisten wir ausgiebig und ich kann jetzt verstehen, warum Sushi so beliebt ist. Wirklich sehr lecker! Danke!

Danach fuhren wir mit der Bahn zurück Richtung Innenstadt und wollten eigentlich Akhibahara anschauen. Plötzlich kam mir allerdings der Gedanke, daß man doch mal zum Rathaus nach  Shinjuku könnte um sich von dort oben Tokyo anzuschauen. Diesmal war Shinjuku natürlich viel belebter als bei meinem gestrigen Besuch und auch Hochhäuser wirkten wesentlich lebendiger, so daß sich mir nicht mehr der monotone und melancholische Anblick vom vorherigen Tag bot. WIr erreichten das Rathaus uns stellten fest, das die Öffnungszeiten des einen Turms nicht mit denen aus dem Reiseführer korrespondierten, sondern weit darüber hinausgingen, da sich dort sogar ein “italienisches Restaurant” befindet. Von dort oben sahen wir sowohl den Fuji und außerdem konnten wir einen traumhaften Sonnenuntergang genießen. Danach kehrten wir in dem Restaurant ein und ich trank hoch über Tokyo einen Gin Fizz (Bombay Sapphire) während im Hintergrund Frank Sinatra lief. George und Tomoko tranken hingegen italienischen Rotwein. Sollte sich jetzt vielleicht jemand wundern warum ich keinen Singapur Sling Raffles getrunken habe..leider mußte mir unser deutschsprechender Keller mitteilen, da eine Zutat fehlt. Aber was soll’s es war einfach toll und ich kann es jedem nur auf’s Wärmste empfehlen. Nachdem mich die Beiden in meinem Hotel vorbeigebracht hatten ging ich noch ins Jacuzzi und unterhielt mich noch ein wenig mit einer Mitarbeiterin des Hotels. Um 22/23 Uhr schlief ich dann wohl ein.

Und hier wieder das, worauf Ihr vermutlich mehr wartet als auf mein Geschwafel ;)

Impressionen :

IMG_0538 IMG_0543

IMG_0548IMG_0552

IMG_0560IMG_0564

IMG_0566IMG_0567IMG_0569IMG_0579

IMG_0578IMG_0586

Tag 2

Ortszeit 5:00

Immerhin schaffte ich es diesmal schon mal ein klein wenig länger zu schlafen. Nach dem Frühstück machte ich mich dann nach Ueono auf um mir dort den Park so wie Teile des Nationalmuseums anzuschauen. Ich sage hier Teile, da es doch ein paar Gebäude sind und in manchen von diesen von Zeit zu Zeit Sonderausstellungen stattfinden.

Doch zunächst hatte ich ein merkwürdiges Erlebnis, als ich den Bahnhof in Ueno verlies. Auf der anderen Seite der Straße befand sich ein Geschäft für Elektroartikel, daß Werbeansagen auf Deutsch machte. Es handelte sich hier v.a. auch tatsächlich um die Stimme einer Deutschen. Dinge gibt’s :)

Zu Begin des Parks fand ich ein sehr schön liegenden Schrein, der, wie das hier häufig der Fall ist, immer ein wenig den Kontrast, zwischen Stadt und Park mit asphaltierten Wegen aufzeigt.

An einer Vielzahl von anderen Gebäuden vorbei, die auch Museen beherbergen, gelangte ich schließlich an einem Stand von Tibetaktivisten vorbei, die wohl dort waren, da es in dem vor Ihnen liegenden Museum eine Ausstellung von Schätzen aus Tibet gab.

Im Tokioter Nationalmuseum besuchte ich als Erstes das Gebäude zur japanischen Geschichte, in dem es eine Vielzahl von sehr guten Objekten gab, die darüber hinaus ausreichend ausgeleuchtet waren. Dieses galt auch für die Zusammenfassenden Informationen, die sich in jedem Raum befanden. Hierbei möchte ich an dieser Stelle besonders hervorheben, daß die Texte in einer für meine Augen angenehmen Höhe angebracht sowie mit einem gut zu lesenden Schrifttyp erstellt wurden. Des Weiteren wird einem jeden Objekt genügend Platz zur Verfügung gestellt, so daß die Objekte hervorragend zur Geltung gelangen. Weniger ist eben manchmal doch mehr! In dieser Austellung kann man übrigens sehr schöne japanische Schwerter sehen.

In einem weiteren Gebäude besuchte ich dann eine Ausstellung zu japanischer Archäologie, die von ihren Funden her auch großen Eindruck auf mich machte. Allerdings hätte ich mir hier doch mitunter gerne mehr englische Beschriftungen auf Objektebene gewünscht. Die Ausstellung zeigte darüber hinaus auch die Beeinflussung in der Entwicklung seitens Koreas und Chinas.

Als letztes Gebäude besuchte ich im TNM dann noch die Schatzkammer, in der sich Objekte befinden, die die kaiserliche Meiji Familie spendete.Hierbei handelt es sich um sehr schöne Buddhastatuen, Masken und andere rituelle Gegenstände.

Abschließend ist zu dem Museum noch zu sagen, daß eine auffallend hohe Anzahl von Objekten entweder den Museum geschenkt oder aber als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurden.

Nachdem ich in dem Museum dann doch etwas länger verweilte, als ich ursprünglich eingeplant hatte, entschloss ich mich nach Harajuku zu fahren um mir erst die berühmten Cosplayer anzuschauen und später mal durch die Modemeile zu schlendern.

Die Cosplayer, die laut http://www.mustlovejapan.com/subject/harajuku/ zu finden sind, waren leider nicht wirklich sehr zahlreich, aber man gewinnt bei denen, die sich dort fanden, auf jeden Fall einen Eindruck wie das so abläuft. Spontan entschloss ich mich durch den angrenzenden Park zu gehen um mir dort den Meiji Schrein anzuschauen. Für diese Entscheidung wurde ich dahingehen belohnt, das bei meiner Ankunft dort eine klassische Hochzeitsprozession stattfand.

Inzwischen näherte sich unaufhaltsam der Nachmittag und ich ging zurück nach Harajuku, dort an einigen Modegeschäften vorbei um mir dann an einem Stand ein Crepe zu kaufen. Sehr lecker und sehr empfehlenswert. Danach lies ich mich in der Menge treiben und schaute mir etwas experimentellere Mode an. Doch man kann schon sagen, daß das teilweise ehr abgefahren, wenn auch nicht unbedingt für jeden als Geschmackvoll anzusehen ist :) . Nach diesem doch recht avantgardistischen Ausflug wollte ich mir das “Geschäft” von Yohji Yamamoto anschauen und passierte zu diesem Zweck eine Menge von Luxusläden internationaler Labels. Doch konnte ich das Geschäft zunächst nicht finden was zur Folge hatte, daß ich einen Passanten ansprach, der sich dann als Modejournalist aus Indonesien entpuppte und der auch auf der Suche nach dem YY war. Daher entschlossen wir uns unsere Suche gemeinsam fortzusetzen und führten derweil sehr interessante Gespräche. Schließlich fanden wir sowohl YY als auch Y-3 und ich kann nur sagen, daß ich schlicht begeistert war auch wenn die Preise irgendwie dazu beitrugen, das die Begeisterung gedämpft wurde. Wir setzten dann unseren Weg fort und schauten noch im Issey Miyake Geschäft vorbei. Hier habe ich glaube ich zum ersten Mal in meinem Leben bewusst gesehen, das Mode für Frauen sehr schön sein kann. Aber Achtung , die richtige Figur ist dafür eine Voraussetzung, die zusätzlich zum monetären Aspekt nicht zu vernachlässigen ist. Da Michael, so möchte ich ihn mal an dieser Stelle nennen, seinen letzten Tag seiner diesmaligen Reise nach Tokyo verbrachte, gingen wir in Shibuya noch Reis mit Hähnchen essen und verabschiedeten uns dann.

Ich machte mich wieder auf den Weg zum Hotel und ging ins Jaccuzi. Danach entschloss ich mich einen Blick auf die Skyline Tokios von einem der riesigen Türme des Tokioter Rathauses zu werfen und fuhr nach Shinjuku. Dort erlebte ich dann v.a. die Ausläufer des Feierabends und gelangte leider nicht mehr rechtzeitig zum Rathaus, so das ich mich entschloss mir einmal die Straßen Shinjukus nach Feierabend zu betrachten. Hierbei machte ich die Feststellung, daß gerade hier in Shinjuku der Kontrast zwischen Arm und Reich sehr deutlich zu sehen ist. Wenn die Mitarbeiter der Konzerne nach Hause gehen legen sich vermutlich Obdachlose am Rande der Wolkenkratzer in Kartons und Ähnlichem schlafen. In diesem Fall offenbart sich dann etwas, was absolut anders zu unseren Verhältnissen ist: Es wird z.B. nicht gebettelt und man nimmt sich gegenseitig überhaupt nicht wahr, irgendwie traurig. Ich unternahm noch das sinnlose Unterfangen mich in Shinjuku zu verlaufen, doch machten mir da die Wegweiser zu Metro und JR Bahnhöfen einen Strich durch die Rechnung ;) . So brach ich dann wieder gen Andon auf.

Es folgen Impressionen:

IMG_0422IMG_0425

IMG_0426IMG_0442

IMG_0448IMG_0451

IMG_0466IMG_0471

IMG_0454IMG_0458

IMG_0473IMG_0477

IMG_0486IMG_0514

IMG_0507IMG_0527

IMG_0519

←Older